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PRESSEMITTEILUNG: Dringender Appell an die Bundesregierung und Mitglieder des Deutschen Bundestages Anerkennung des Völkermords nach 101 Jahren! PDF Drucken
Mittwoch, 01. Juni 2016

Dringender Appell an die Bundesregierung und Mitglieder des Deutschen Bundestages
Anerkennung des Völkermords nach 101 Jahren!

Überlassen Sie die Wiederherstellung der Würde der Opfer nicht einem Regime, das nicht bereit ist Verantwortung zu übernehmen.

Die überwältigen Fakten, zum Ausdruck gebracht in unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungen, Recherchen und Projekten, sprechen eine überwältigend eindeutige Sprache: Der Völkermord an den Aramäern, Armeniern und Pontos-Griechen ist eine historische Tatsache.

Wir rufen die Bundesregierung auf, den Völkermord an den christlichen Minderheiten der Aramäer, Armenier und Pontos-Griechen im Osmanischen Reich in den Jahren 1915 bis 1923 endlich formell als Völkermord anzuerkennen und damit den 101 jährigen „Eiertanz“ um die Benennung einer historischen Tatsache endlich zu beenden. Ihr bisheriges Schweigen und Ihre Nichtanerkennung des Völkermords bestärken den türkischen Staat in seinem verantwortungslosen Umgang mit seiner Geschichte und beleidigen die Opfer und ihre Nachkommen:


•    Öffnen Sie Ihre Augen für die historischen Tatsachen; öffnen Sie Ihr Herz für das Leid der Opfer und ihrer Nachkommen; öffnen Sie ihr Gewissen für die hundertausendfach geschändete Würde von unschuldigen Menschen!


•    Mit der Nichtanerkennung der historischen Tatsachen durch die Verwendung von relativierenden Begriffen und Umschreibungen bestärken Sie den türkischen Staat in seiner unnachgiebigen Haltung gegenüber den Nachkommen der Opfer, die bis heute unter staatlich organisierter Denunzierung, Marginalisierung und Verfolgung leiden.


•    Seien Sie im Versöhnungsprozess zwischen den Nachkommen der Opfer und der Täter aktiver Partner der Opfer und nicht „Mitwisser“ in einem System, das staatliche Verfolgung echter staatlicher Verantwortung vorzieht.


•    Heute, 101 Jahre danach, verfolgen türkische Behörden unnachgiebig die Nachkommen der Opfer in der Türkei und überall auf der Welt, wenn sie das staatlich verordnete Schweigen brechen. Stellen Sie sich auf die Seite dieser Verfolgten und verlassen Sie die Allianz von Leugnern, Lügnern und Heuchlern, die den Opfern das Recht auf angemessene Würdigung ihres Leids vorenthalten.


•    Spätestens heute, 101 Jahre danach, ist die Zeit für die Bunderepublik Deutschland gekommen, Verantwortung und Solidarität zu demonstrieren und sich den Ländern anzuschließen, die sich nicht davor scheuen die Türkei an ihre Verantwortung gegenüber den Opfern und ihren Nachkommen zu erinnern.


•    Helfen Sie einem Staat, der sich seit 101 Jahren vor seiner Verantwortung drückt, endlich Verantwortung zu übernehmen und verantwortlich zu handeln.


•    Heute, 101 Jahre nach einhundert tausendfachem staatlich organisiertem Mord, helfen Sie den Opfern ihre Würde wieder zu erlangen!

Heidelberg, 1. Juni 2016
Bundesverband der Aramäer in Deutschland