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PRESSEMITTEILUNG: IRAK St. Ephrem Kathedrale in Mossul in Trümmern PDF Drucken
Dienstag, 07. Februar 2017

Bundesverband der Aramäer bittet die Bundesregierung um Aufbauhilfe

HEIDELBERG/BERLIN, 07.02.17 - Die einst größte Kirche Mossuls, die syrisch-orthodoxe St. Ephrem Kathedrale, liegt in Trümmern. Erst im Jahre 1988 eingeweiht, diente das Kirchengebäude in der zweitgrößten irakischen Stadt als Bischofssitz und Zentrum der aramäischen Gemeinde. Nach der Einnahme Mossuls durch den Islamischen Staat im Juni 2014 galt sie der Terrormiliz als Hauptquartier und Moschee (´Moschee der Mudschaheddin´).

Nach der Befreiung weiterer Stadtteile konnte jetzt der zuständige Erzbischof, Mor Nicodemus Daoud Sharaf, die St. Ephrem Kathedrale nach mehr als 2 ½ Jahren wieder betreten. Betroffen über das Ausmaß der Zerstörung und Verwüstung, dennoch fest im Glauben, erklärt der Würdenträger: „Der IS hat uns Alles geraubt, Hab und Gut, Kirchen und Klöster, wertvolle aramäische Manuskripte, selbst unsere Würde, doch unseren Herrn Jesus Christus konnten sie uns nicht nehmen.“

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, ruft die Bundesregierung auf, ein Zeichen zu setzen: 

„Für eine umsichtigere Nahost-Politik, eine nachhaltigere Flucht- und Konfliktursachen-entschärfung in diesen Krisengebieten, bedeutet es auch ganz klar, die vernachlässigten und unmittelbar vom Aussterben bedrohten Wurzeln des Urchristentums mit ihren bis heute bestehenden Gemeinden zu bewahren und aktiv zu stärken. Die internationale Staatengemeinschaft hat in diesem Zusammenhang lange genug zugesehen. Es kann und darf nicht sein, die Verwüstung der größten Kathedrale Mossuls durch den sog. `Islamischen Staat´ tatenlos hinzunehmen. Solche besonderen Orte der Gemeinschaft, des Gebets und multireligiösen Dialogs müssen rasch und demonstrativ wieder aufleben. Die größte Kirche Mossuls muss wieder – auch mit deutscher Unterstützung – aufgebaut werden.

Die fast 2000-jährige Geschichte der indigenen Aramäer auf dem Gebiet des heutigen Iraks steht vor dem endgültigen Aus. Seit der amerikanischen Invasion im Frühjahr 2003 hat sich die Situation der Christen massiv verschlechtert. Um dem Terror zu entkommen, bleibt ihnen nur die Flucht. Von den damals rund 1,5 Millionen aramäischen Bewohnern sind heute weniger als 250.000 übrig geblieben.

Der Bundesverband der Aramäer in Deutschland e.V. setzt sich für die Rechte und Interessen der Aramäischen Gemeinschaft in Deutschland und den Heimatländer ein. Die Aramäer sind ein semitisches Volk, das im Südosten der Türkei sowie in den Ländern des Nahen Ostens beheimatet ist. In Deutschland leben etwa 150.000 Aramäer, in der EU insgesamt bis zu 300.000. Die christlichen Aramäer sind hauptsächlich Angehörige der syrischen Kirchen, darunter syrisch-orthodox, syrisch-katholisch, syrisch-maronitisch, syrisch-chaldäisch, apostolische Kirche des Ostens und Weitere.

Folgende Bilder verdeutlichen das Ausmaß der Zerstörung: